Massnahmenpläne

Wildtiere halten sich nicht an Jagdreviergrenzen. In unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft überlappen sich die Lebensräume der Wildtiere mit Nutzungen des Menschen. Dadurch können Nutzungskonflikte entstehen, oder das Vorkommen einer Wildart führt zu Zielkonflikten im Arten- und Biotopschutz. Um den Umgang mit diesen Wildtieren innerhalb der Kantonsgrenzen zu vereinheitlichen, wurden kantonale Massnahmenpläne (Konzepte) erstellt.

Massnahmenpläne enthalten Vorgaben und Grundsätze im Bereich des Schutzes und der Nutzung (Abschussvorgaben, Jagdplanung), der Zuständigkeiten und administrativer Abläufe. Sie wurden zusammen mit verschiedenen Interessensvertretern erarbeitet. Die Massnahmen richten sich nach den neusten wildbiologischen Erkenntnissen der betroffenen Wildarten, sie sollen ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Mensch und Wildtier ermöglichen. 
 

Bereits im Jahr 2009 wurde ein Massnahmenplan für den Umgang mit den beiden geschützten Arten Graugans und Höckerschwan in Kraft gesetzt, weil diese Wildtiere lokal seit Jahren zu Konflikten mit der Landwirtschaft führten. Seit der Umsetzung dieser Massnahmen haben sich die Probleme weitgehend entschärft. 

Im 2010 wurden die Massnahmenpläne Kormoran und Gämse erarbeitet und in Kraft gesetzt. Bei beiden jagdbaren Arten funktioniert die Umsetzung durch die lokalen Jagdgesellschaften sehr gut. 

Seit Ende Juni 2012 wird der Massnahmenplan Wildschwein umgesetzt. Er definiert die jagdlichen Verpflichtungen für die Jagdgesellschaften, um die Wildschadensituation zu entschärfen. Der Kanton Aargau ist schweizweit betrachtet am meisten von dieser Wildart betroffen. Dementsprechend gross ist die Erfahrung im Wildschweinmanagement.  

Gleichzeitig wurden die Massnahmenpläne Biber und Rothirsch erarbeitet und sollen noch in diesem Jahr in Kraft gesetzt werden. Beim Biber ist die Jagd nur am Rande betroffen, trotzdem muss das Vorgehen auch hier klar definiert werden. Umso mehr betrifft das Management des Rothirsches die Jagd, um einen möglichst konfliktarmen Umgang mit dem Forst zu ermöglichen. 

Die Notwendigkeit dieser Massnahmenpläne liegt nicht nur in der intensiveren Nutzung der Landschaft, sondern auch in der Rückkehr einiger Wildarten in den Aargau, welche zuvor Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte abwesend waren. Das vermehrte Vorkommen grosser Wildarten bietet einerseits viel Freude, anderseits erfordert es speziell von den Jägerinnen und Jägern deren Beitrag und Unterstützung. Die Massnahmenpläne unterstützen alle Betroffenen durch ein einheitliches und abgesprochenes Vorgehen. Dabei tragen sie zur Erhaltung und Förderung der Wildtiere im Aargau bei.


Linktipps                                                                                                                                       

> Massnahmenpläne Sektion Jagd&Ficherei, Aargau
> Massnahmenplan Schwarzwild
> Vortrag Dr. Stucki und Dr. Thiel an der AJV-Herbstversammlung vom 25. Sept. 2012
> Regulierung im Studenland
> Schwarzwildbejagung im Fricktal

Rekord-Abschuss 2012

es dauert 20 Stunden bis eine Wildsau erlegt ist!
 

werkform.ch | hli.ch