Wildschadensweisungen Revision 2013

Der AJV hat an seiner Vorstandssitzung vom 25.3.2013 festgestellt, dass


1. die gültigen Weisungen am 1.1.2011 in Kraft getreten und demzufolge weniger als 2 Jahre in praktischer Erprobung sind

und


2. es mit Ausnahme des sich anbahnenden Einwanderns von Rotwild und der Notwendigkeit, das Abrechnungsprocedere (Wildschäden und Schadensverhütungsmassnahmen) zu vereinfachen, keine triftigen Gründe gibt, die geltenden Weisungen in Richtung Leistungserweiterung auszubauen.


Die Aargauer Jäger erbringen, nebst der Abgeltung des Jagdregals und einem Zuschlag darauf von 25 % im Sinne eines Selbstbehaltes für Wildschäden und Wildschadensverhütungsmassnehmen, unzählige nicht abgegoltene gemeinwirtschaftliche Leistungen als Beitrag zu einer ökologisch vielfältigen Landschaft und Tierwelt.


Der AJV erwartet deshalb von seinen Partnern Forst und Landwirtschaft bei der Forderung neuer Leistungsabgeltungen nach so kurzer Zeit Zurückhaltung.


Zudem fordert der AJV, dass die von Jagdgesellschaften erbrachten Arbeitsleistungen zur Schadensregulierung in die materielle Bilanz gebührend einzubeziehen resp. in Form von Gutschriften an die ersten 25% der Schadenssumme zu entschädigen sind. Des Weiteren sind Sanktionsmassnahmen gegenüber Land- und Forstwirtschaft bei qualitativ ungenügender Wiederherstellung vergüteter Wildschäden oder qualitativ ungenügender, aber vergüteter Wildschadensverhütungsmassnahmen vorzusehen.


Der AJV hat am 18. April 2013 folgende detaillierte Vernehmlassung abgegeben

Vergütung und Verhütung von Wildschäden (bisherige Organisation Jagdverwaltung)



______________________________________________________________________AJV, 18.4.2013___


Treffsicherheitsnachweis

Die geänderte eidgenössische Jagdverordnung verlangt von den Kantonen, dass sie von den Jägern einen periodischen Treffsicherheitsnachweis verlangen. Die Jagddirektorenkonferenz (JDK: zuständige Regierungsräte der Kantone) haben die Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz (JFK-CSF-CCP) beauftragt, bis im Frühjahr 2013 ein Konzept für diesen Treffsicherheitsnachweis vorzulegen. Es ist also möglich, dass als Standard ein jährlicher Nachweis mit der Büchse auf 100 Meter mit 4 Schuss alles Treffer (mindestens eine 8) und mit der Flinte 4 Schuss auf den laufenden Hasen 4 Treffer (vordere und/oder mittlere Klappe) festgelegt wird. Der Vorstand JagdSchweiz hat unter Berücksichtigung verschiedener Vorstösse von Mitgliedern beschlossen, der JFK eine Stellungnahme von JagdSchweiz einzureichen.

Der AJV befürwortet grundsätzlich den periodischen Treffsicherheitsnachweis. Die Voraussetzungen sind klar zu definieren und sind so zu gestalten, dass die Bedingungen auch erfüllbar sind. Weiter ist die Periodizität nach Aargauer Muster auf einen Zeitintervall von 4 Jahren zu wählen. Schlussendlich ist die gegenseitige Anerkennung des Treffernachweises unter den Kanton ein zentrales Anliegen.


Der AJV regt folgende Anpassungen zur Stellungnahme der JagdSchweiz an:

1. Die Anforderungen für den Treffsicherheits-Nachweis sind so festzulegen, dass er für dieJäger sowohl mit der Büchse und der Flinte erfüllbar sind. Mit der Büchse ist zu gestatten,liegend aufgelegt zu schiessen. Die Wiederholung des Programmes darf nicht beschränktsein. 
Der AJV unterstützt dieses Anliegen 

2. Der Treffsicherheits-Nachweis ist nur für die Jagdart zu verlangen, welche der Jäger auch praktiziert. Wer ausschliesslich die Hochwildjagd und/oder die Jagd auf Niederwild mit der Büchse ausübt, hat nur den Nachweis für den Kugelschuss zu erfüllen. Das gleiche gilt für Jäger die sich auf die Jagd mit der Flinte beschränken. 
Der AJV unterstützt dieses Anliegen mit dem Antrag um Streichung des gelb  markierten Inhaltes.

Begründung: Die Jagdausübung findet üblicherweise mit der Kugel statt. Deshalb ist der Treffsicherheitsnachweis grundsätzlich dafür zu erbringen.  Falls zusätzlich die Jagdausübung mit der Schrotflinte ausgeübt wird, kann dazu ein ergänzender Treffsicherheitsnachweis erbracht werden. Der AJV erwartet, dass der Schrotschussnachweis auf das Klappreh und nicht nur auf den laufenden Hasen erbracht werden kann    

3. Es ist ein Schiessprogramm festzulegen, dass von allen Kantonen gegenseitig als Treffsicherheitsnachweis anerkannt wird. Zum technischen Ablauf des Schiessprogramms sind verbindliche Richtlinien zu erstelle. Da bereits heute in einzelnen Kantonen ein jährlicher Nachweis verlangt wird, kann für die gegenseitige Anerkennung vorausgesetzt werden, dass der einheitliche Nachweis von Jagdgästen im gleichen Jahr oder im Vorjahr erfüllt. 
Der AJV unterstütz dieses Anliegen im Grundsatz mit Antrag um Ergänzung (gelber Bereich). 
Begründung: Die Kontrolle bei der Durchführung des Schiessnachweises wird regional sehr unterschiedlich gehandhabt (Im Aargau unabhängige Standaufsicht mit Bestätigung des geschossenen Resultats, andere Anlagen selbständige Übertragung der Schiessresultate auf das Standblatt).

4. Den Kantonen ist die Freiheit offen zu halten, die Schiessprogramme und die Periodizitätfür den Treffsicherheits-Nachweis den spezifischen Voraussetzungen in ihrem Kanton, wieverfügbare Schussdistanzen, Anzahl der Schiessanlagen, usw., entsprechend festzulegen. 
Der AJV unterstütz dieses Anliegen 
Bemerkung: Im Aargau ist der Schiessnachweis 4 Jahre gültig, eine kürzere Periodizität ist nicht zweckmässig und notwendig. Der AJV setzt auf die Selbstverantwortung der Jagdberechtigten, auch im Gebrauch der Schusswaffen.

5. Die Kantone müssen die Jägerorganisation bei der Erweiterung bzw. Erstellung von anforderungsgerechten Jagdschiessanlagen rechtlich und finanziell unterstützen. 
Der AIV unterstütz dieses Anliegen


Schlussbemerkung 
Der AJV erwartet eine einheitliche Regelung der Sanktionen und Ausnahmebewilligungen gegenüber den Jägerinnen und Jägern, welche den Schiessnachweis nicht zeitgerecht erbringen (können)   


_________________________________________________________AJV 8. 1. 2013 ________






Windkraftanlagen; Anpassung des Richtplanes

Richtplan Kanton AargauDer kantonale Richtplan ist ein Instrument zur Steuerung der nachhaltigen räumlichen Entwicklung und setzt die Leitplanken für die räumliche Entwicklung des Lebensraums Aargau fest. Der Richtplan besteht aus dem Richtplantext und der Karte. Er wird durch periodische Anpassungen aktuell gehalten und in der Regel alle zehn Jahre gesamthaft überprüft und nötigenfalls überarbeitet. Die letzte Gesamtrevision wurde am 20. September 2011 durch den Grossen Rat beschlossen. Der Richtplan ist behördenverbindlich. Das heisst, dass die in den Richtplanbeschlüssen genannten Behörden sich bei ihren Planungen und Entscheiden an die Vorgaben des Richtplans halten müssen. Für Private und die Wirtschaft ist der Richtplan nicht direkt verbindlich, aber indirekt von Bedeutung. Ihnen zeigt der Richtplan vor allem, welches die Rahmenbedingungen ihres räumlichen Handelns sind und wohin die Richtung der kantonalen Entwicklung geht.

>> Kantonaler Richtplan Aargau

Windkraftanlagen; Richtplankapitel E 1.3

Laut Planungsgrundsatz sollen Windkraftanlagen an Standorten konzentriert werden, die über gute Windverhältnisse verfügen und denen keine anderen überwiegenden Interessen entgegenstehen. Wo diese Standorte liegen, kann teilweise aus der "Übersicht Windpotenzial" im aktuellen Erläuterungsteil des Richtplankapitels E 1.3 abgeleitet werden. Für Informationen zu den anderen überwiegenden Interessen müssen jedoch weitere Richtplankapitel und die Richtplan-Gesamtkarte beigezogen werden.

Gegenstand der aktuellen geplanten Anpassung des Richtplans sind fünf Gebiete, die dem Planungsgrundsatz entsprechen und zur vertieften Überprüfung der Eignung für grosse Windkraftanlagen in Frage kommen. Es sind dies die Gebiete Burg, Laubberg, Wessenberg, Heitersberg und Lindenberg. Es soll ausserdem die Grundanforderung gelten, dass in einem Gebiet mindestens drei gleichartige Windkraftanlagen gleichzeitig zu erstellen sind.


>>
Botschaft an den Grossen Rat vom 10. Jan. 2013
>> Auswertung der Stellungnahmen

>>
Information Mitwirkung
>>  Anpassung (örtliche Festlegung)
>>  Aargauer Zeitung, 10. Dez. 2012, "Der Wind pfeift aus allen Richtungen"    az online
>>  Botschaft, 15. Dez. 2012, "Windkraftplänen bläst steife Brise entgegen"
>>  Aargauer Zeitung, 18. Dez. 2012, "Keine günstigen Wind für die Windenergie am Heitersberg"


Der AJV hat mit Vernehmlassung vom 7. Dezember 2012 zur Anpassung des Richtplan Stellung genommen und fordert, dass die regionalen Auswirkungen auf die Fauna und Flora sorgfältig evaluiert werden unter Einbezug der Auswirkungen auf die wildlebenden Tiere. Auf Grund von Zusendungen direkt betroffener Jagdgesellschaften wurde die Stellungnahme auf die direkten politischen Ziele des AJV reduziert:

Antrag:

Auf die Ergänzung des Richtplankapitels E 1.3 Windkraftanlagen sei nicht einzutreten.  

Begründung:
Die Erhaltung intakter Lebensräume für wildlebende Tiere ist eine der Hauptaufgaben und politisches Ziel des AJV.

Es gibt Hinweise, dass Windkraftanlagen das Flugwild stark beeinträchtigen können.

Entstehen Windkraftanlagen, ist davon auszugehen, dass im dicht besiedelten intensiv genutzten Kanton Aargau nicht genügend und gleichwertige Ersatzräume zum Ausgleich bzw. Aufwertung der Fauna (insbesondere Wildeinstandsgebiete) vorhanden sind. Die für Windkraftanlagen ausgeschiedenen Gebiete liegen mehrheitlich in vergleichsweise intakten, wenig beunruhigten Naturlandschaften, teils sogar im Jurapark.

Der AJV fordert, dass vor den vorgesehenen Richtplaneinträgen die regionalen Auswirkungen auf die Fauna und Flora sorgfältig evaluiert werden unter Einbezug der Auswirkungen auf die wildlebenden Tiere.


_________________________________________________________________________AJV, 7.12.2012 ___





Naturschutzprogramm Wald

Das Naturschutzprogramm Wald war auch in der dritten Etappe erfolgreich - es läuft Ende 2013 aus. Die positiven Wirkungen des Programms auf die Artenvielfalt lassen sich belegen. In der vierten und letzten Etappe des Naturschutzprogramms Wald 2014-2019 sollen die 1996 festgelegten Ziele für Naturwaldreservate, Altholzinseln, Spezialreservate, strukturreiche Waldränder und Eichenwaldreservate abschliessend umgesetzt werden. Dem Grossen Rat wird der Zwischenbericht 2013 zur dritten Etappe des Naturschutzprogramms Wald unterbreitet und die Bewilligung eines Grosskredits von netto 9,7 Millionen Franken für die Etappe 2014-2019 beantragt.

>> Naturschutzprogramm Wald  Zwischenbericht 2013



Der Aargauische Jagdschutzverein (AJV) unterstützt in seiner Vernehmlassung vom 16. Nov. 2012 den Antrag des Regierungsrates für den Grosskredit vierte Etappe (2014 – 2019).

Antrag/Einwände: 

Der AJV stellt den Antrag, dass innerhalb des Kostenvoranschlages Informationsvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit (1.2 Mio) (St. 17 Anhörungsbericht) jährlich 20 000.- (total 120 000.-) für die Information der Öffentlichkeit zur Rolle der wildlebenden, speziell der jagdbaren Tiere bei der Entwicklung und Erhaltung des naturnahen Waldes verwendet werden.

 

Der AJV ist bereit, diese Öffentlichkeitsarbeit in Zusammenarbeit mit den anderen Dienstleistern zu erbringen. 


Kurze Begründung: 

1. Basierend auf dem neuen Jagdgesetz werden beträchtliche Mittel des Jagdpachtzinses für Wildschutzmassnahmen im Naturschutzprogramm Wald aufgewendet. Das Jagdgesetz verpflichtet gleichermassen auch zu Öffentlichkeitsarbeit. Entsprechend verlangt der AJV, dass die von seinen Mitgliedern (Jagdpächter) dem Kanton bezahlten Pachtzinsen für die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Jagd / Naturschutzprogramm Wald eingesetzt werden.

 

2. Der AJV nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass im Anhörungsbericht mit Ausnahme des Wildschadens kein Bezug zwischen dem Naturschutzprogramm Wald und den wildlebenden, speziell jagdbaren Tieren erstellt wird. Dies erstaunt um so mehr, als mit der tolerierten, seitens des AJV erwünschten Einwanderung des Hirsches ein relevanter weiterer Einflussfaktor auf die Entwicklung des Waldes vorliegt. Gerade hier braucht es Informations- und Öffentlichkeitsarbeit gegen aussen (Bevölkerung, Forst, Naturschutz) wie auch gegen innen.  

 

3. Der AJV ist willens und in der Lage, einen Beitrag zum Thema Jagd und Naturschutzprogramm Wald zu leisten. Er geht davon aus, dass ihm im Rahmen des Konzepts Öffentlichkeitsarbeit dazu ein Leistungsauftrag erteilt wird.



_______________________________________________________________________AJV, 16.11.2012____




werkform.ch | hli.ch