Tuberkulose beim Wild

Seit einigen Jahren beobachtet man ein Wiederauftreten der Tuberkulose bei Rindern und Wildtieren. Die Schweiz ist dabei leider nicht verschont geblieben. Teilweise infizierte Hirschpopulationen in benachbarten Regionen der Ostschweiz stellen ein hohes Ansteckungsrisiko sowohl für Wildtiere als auch Nutztiere dar.


Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in der freilebenden Populationen aufrecht erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerreger ist durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

 

Angesichts dieser Situation hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV eine Sensibilisierungskampagne für die Erkennung von Tuberkulose beim Wild lanciert. Ziel der Kampagne ist, die Jägerschaft und Organe der Wildhut über die Anzeichen der TB am aufgebrochenen Wildtier zu informieren. Seit dem 1. August 2014 sind Jägerinnen und Jäger verpflichtet, verdächtige Erscheinungen bei Wildtieren, die auf den Ausbruch einer Tierseuche hinweisen, einem amtlichen Tierarzt zu melden.


Die Bekämpfung der Tuberkulose bleibt die grosse Herausforderung. Mit der Untersuchung von Wildtierkörpern können wir Jäger einen wertvollen Beitrag zur Überwachung leisten.



Weitere Einzelheiten finden Sie unter folgendem Link des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit: 

http://www.blv.admin.ch/gesundheit_tiere/01065/01083/01088/index.html?lang=de


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Broschüre: Tuberkulose beim Wild
Letzte Änderung: 05.08.2014 | Grösse: 683 kb | Typ: PDF
  

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Handbuch: Tuberkulose beim Wild
Letzte Änderung: 05.08.2014 | Grösse: 2811 kb | Typ: PDF

   

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FAQ Tuberkulose beim Wild
Letzte Änderung: 11.08.2014 | Grösse: 103 kb | Typ: PDF

 




Krankheit beim Rind
Die Tuberkulose bei Rindern zeigt sich als chronisch-auszehrende Krankheit mit vergrösserten Lymphknoten, Fieberschüben, Milchleistungsrückgang und Abmagerung. Diese Symptome weisen aber nicht eindeutig auf Tuberkulose hin, sie können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Ohne eine labordiagnostische Abklärung kann die Diagnose Rindertuberkulose nicht abschliessend gestellt werden.


Übertragung
Die Krankheit kann durch direkten Tierkontakt oder durch verseuchtes Wasser oder Futter übertragen werden. Alle Säugtiere und der Mensch können sich anstecken. Die Rindertuberkulose kann vom Tier auf den Menschen und umgekehrt auch vom Menschen auf das Tier übertragen werden. Am ehesten geschieht das durch intensiven Kontakt zwischen Mensch und Tier in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium. In  seltenen Fällen kann umgekehrt der Mensch auch Rinder anstecken.

Wildtiere (vor allem Rotwild, Schwarzwild und Dachse) können sogenannte "Reservoire" der Tuberkuloseerreger sein. Das heisst, die Krankheit kann sich zum Teil unbemerkt über lange Zeit in der freilebenden Populationen aufrecht erhalten und so immer wieder zu Ansteckungen bei Rindern führen. Eine Übertragung von Tuberkuloseerreger zwischen Wildtieren und Rindern ist in beide Richtungen durch direkten Tierkontakt oder durch verunreinigtes Wasser oder Futter möglich.

Erreger
Die Tuberkulose wird durch verschiedene Arten von Mykobakterien ausgelöst. Rinder sind vor allem Träger des Mycobakteriums bovis oder des Mycobakteriums caprae, während  beim Menschen vor allem Mycobacterium tuberculosis vorkommt. Weitere Informationen zur Tuberkulose beim Menschen finden Sie auf der Webseite des Bundesamtes für Gesundheit.


Verbreitung
Die Tuberkulose ist weltweit bei Säugetieren und dem Menschen verbreitet. In vielen Industrieländern konnte die Tuberkulose bei landwirtschaftlichen Nutztieren durch intensive Bekämpfungsprogramme eingedämmt werden. In den letzten Jahren wird bei Rindern und auch bei Wild in Europa wieder vermehrt Tuberkulose festgestellt. Auch in der Schweiz gab es vereinzelte Fälle von Tuberkulose bei Rindern, die Schweiz gilt aber nach wie vor als tuberkulosefrei. Bei einheimischen Wildtieren konnte die Tuberkulose bisher nicht nachgewiesen werden (Stand: Juli 2014).


Überwachung
Ganz wichtig für die Überwachung der Tuberkulose sind die Fleischkontrollen in den Schlachthöfen. Diese Kontrollen sind gesetzlich geregelt und werden von den kantonalen Vollzugsorganen durchgeführt. Der Fleischschauer entnimmt Tieren  mit verdächtigen Anzeichen von Tuberkulose Proben und lässt diese in einem dafür bestimmten Labor untersuchen.

Die Ausbreitung der Rindertuberkulose in den Wildtieren im alpinen Raum wird vermehrt überwacht. Massnahmen, die das Risiko einer Ansteckung vermindern können, werden geprüft.


Bekämpfung
Die Bekämpfung der Rindertuberkulose ist eine langwierige Angelegenheit. Aufgrund der Eigenschaften des Erregers und der Diagnosemethoden müssen Nachuntersuchungen in teilweise langen Zeitabständen erfolgen. Das Hauptproblem liegt darin, dass die Krankheit häufig lange nicht erkannt wird. Sie kann am lebenden Tier nicht sofort und eindeutig diagnostiziert werden. Ein kompliziertes Vorgehen ist für die Abklärung der Ausbreitung nötig.


Kontrolle des Rot- und Schwarzwildbestands

Wildtiere beachten keine Landesgrenzen, es ist daher mit einer Ausbreitung dieser Krankheit zu rechnen. Es braucht eine Jagdpolitik, die den Tierbestand kontrolliert. Effiziente Präventionsmassnahmen zur Senkung des Ausbreitungsrisikos der Tuberkulose sind die Verhinderung einer zu hohen Tierdichte von Rot- oder Schwarzwild und die Vermeidung von grösseren Ansammlungen von Wildtieren, wie sie beispielsweise an Fütterungsstellen angetroffen werden können.

 


Früherkennungsstrategie und systematische Überwachung

Zum Start der Jagdsaison hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern ein Handbuch verfasst, das unter anderem aufzeigt, wie man Tuberkulose in Wildtierkörpern erkennen kann. Das Handbuch wird durch JagdSchweiz unterstützt. Die Zusammenarbeit der verschiedenen betroffenen Institutionen ist von zentraler Bedeutung.


Genusstaugliches Wildbret

Wildbret kann konsumiert und auf den Markt gebracht werden, sofern der Jäger bei der ordnungsgemäss durchgeführten Untersuchung des Wildtierkörpers und der inneren Organe keine sichtbare Veränderung festgestellt hat. Weisen der Wildtierkörper oder die Organe sichtbare Veränderungen auf, müssen sie von einem amtlichen Tierarzt kontrolliert werden.

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